Montag, 18. März 2013

"Der Kapitalismus ist nun einmal ein „kaltes“ Wirtschaftssystem, das weniger auf die Zustimmung der Menschen selbst als auf die Befriedigung ihrer Konsumchancen zielt. Solange er die Konsumerwartungen erfüllt, ist er unbestritten." (Frankfurter Rundschau)

http://www.fr-online.de/kultur/kapitalismus-warum-wird-der-kapitalismus-nicht-geliebt-,1472786,21401396.html

Kommentare:

  1. "Der Kapitalismus ist anders: Solange er die materiellen Bedürfnisse der Menschen einigermaßen befriedigt, kann er auch ohne Zuneigung ganz gut überleben."

    erfüllt die Materiellen Bedürfnisse der Menschen? So sehe ich das nicht. Erfüllt die von reichen Gesellschaften, auf den Rücken ausgebeuteterer wirtschaftlichen und politisch schwacheren Nationen. Abgesehen davon geht es doch im Kapitalismus meiner Meinung nach schon lange nicht mehr nur um die Befriedigung von Materiellen BEDÜRFNISSEN. Vielmehr schafft der der Markt und damit verbunden Werbestrategien und Weltkonzerne Bedürfnisse. Waren werden emotionalisiert. Wir sollen konsumieren damit das System funktioniert und -ganz wichtig: wächst. Dem Menschen dient das System nicht mehr. Es gibt den Menschen nur das Gefühl seine Bedürfnisse werden den liberalen Martk und duch Geld bestmöglichst erfüllt.

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  2. Ich stimme dir in vielen Dingen zu!

    Ich will aber eigentlich gar nicht so viel jammern. Ich bin sehr froh, in Zeiten und einem System zu leben, in dem ich materiell gesehen nichts entbehren muss, in dem ich Zugang habe zu allen Lebensmitteln und notwendigen Gütern. Sicherlich wird uns auch eingeredet, dass wir viele Dinge bräuchten, die eigentlich nur der Geldzirkulation - dem Kapitalismus als Eigennutz - dienen.

    Was ich dabei als pervers empfinde ist, dass diese Dinge schnell als "Ersatz" erscheinen können für menschliche Beziehungen. Dass zwischenmenschliche Werte neben Geld verdienen und ausgeben sehr schnell aus den Augen verloren werden. Vielleicht, weil diese nicht so einfach in Zahlen und Geldwerten zu messen sind?

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  3. Sanchez Tadeus Clausberger7. April 2013 um 09:32

    Allein schon die Zeit zu haben, sich diese Fragen zu stellen, ist ein Luxus, den man aus der aktuellen Form des Kapitalismus gewinnt. Wahrlich ist es auch ein gigantischer Verdienst der Technologie, aber diese geht mit dem Kapitalismus Hand in Hand voran.

    Sind wir vielleicht mit der Zeit für Zwischenmenschlichkeiten viel zu verwöhnt, sodass eine Verringerung sofort als "zu niedrig" empfunden wird?
    Liegt die Vernachlässigung der Zwischenmenschlichkeiten nicht im Handeln des Einzelnen?

    Im weiteren wäre es ratsam zwischen Kapitalismus und unserem aktuellen Wirtschaftssystem zu unterscheiden.
    Menschen erdachten sich den Kapitalismus und Menschen sind es, die ihn mit negativen Konsequenzen (aus)nutzen. Aber ist dann der Kapitalismus das Problem, oder sind es die Menschen? Bietet der Kapitalismus zu viele Freiheiten oder forciert er die negativen Folgen sogar?

    Will man den Kapitalismus bzw. den Markt stärker regulieren, muss stets darauf geachtet werden, dass diese Regularien nicht die so sehr geliebten Zwischenmenschlichkeiten reduzieren, da das als Diebstahl wahrgenommen wird. Im Einzelfall ist das einfach zu gestatlen, aber ist das im größeren Sinne möglich?

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  4. Lieber Sanchez,

    Mehrere Anmerkungen.
    Sicher, die Zwischenmenschlichkeit hängt auch von den einzelnen Akteuren ab. Aber deren Handeln ist immer auch auf der Makroebenen zu denken, im Kontext von Systemen, von sozialen Verhältnissen. Das ist die Soziologie. So einzeln und individuell wie der Mensch nämlich gern wäre ist er nur bedingt.Zusagen, jede_r einzelne sei bitte lieb zu einander, greift zu kurz. Das Umfeld, in das wir eingebettet sind, soziale Strukturen, ökonomische etc. bestimmt sehr stark wie wir leben und handeln.

    Zeit sich diese Frage zu stellen, heißt das der Kapitalismus gut ist? Eine etwas verkürzt Logik, findest du nicht?

    Was da reduziert wird - sind das die sehr geliebten Zwischenmenschlichkeiten? Schwierig, wovon sprichst du?
    Sicher, es wird immer irgendwo was reduziert. Aber es muss nicht überall so wie in Amerika sein, wo jeder hinz und kunst nen Kredit kriegt, den er nie zurück zahlen kann. Durch solche Sachen entstehen Blasen. Gerate Wirtschaftssysteme an ihre Grenzen. Das muss nicht sein. Das muss reguliert werden. Nur als ein Beispiel.

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  5. Liebe Laura,

    mit dieser Kapitalismus-Zeitgewinnungsfrage wollte ich darauf hinaus, dass ich ein reines Kapitalismusbashing als nicht zielführend empfinde, bzw. dass somit von nicht genügenden oder gar den falschen Prämissen ausgegangen wird.
    Ansonsten hast du vollkommen Recht mit deinem ersten Absatz.

    Weiter:
    Du hast vollkommen recht, dass diese vor Polemik triefende, in Nonsens badende Frage nach Regulationsmöglichkeiten, nicht wirklich verständlich ist. Gestatte mir, sie einfach mal beiseite zu schieben.

    Aber zu Deiner weiteren Ausführung: Dass jeder "Hinz und Kunz" zielt genau darauf hinaus, was ich sagen wollte: Es ist nicht das System an sich, welches schädlich ist. Es ist vielmehr der Mensch, der es rücksichtlos/unwissen/willentlich/egoistisch/gegenwärtlich/etc. missbraucht (und das System, dass anscheinend zu viele Freiheiten lässt).

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